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SB119-1475 : Plattformökonomie und Genossenschaften - Neue Ökosysteme durch die Digitalisierung

Plattformökonomie und Genossenschaften - Neue Ökosysteme durch die Digitalisierung

Diese Veranstaltung richtet sich an:

Vorstände von Genossenschaftsbanken

Die vierte wirtschaftliche Revolution und ihre Auswirkungen

Bereits im Jahr 2016 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Zukunftsfähigkeit der klassischen Geschäftsmodelle europäischer Geschäftsbanken in Frage gestellt. Oftmals versuchen die Anbieter von Bankdienstleistungen aber, durch den Einsatz neuer Technologien die bisherige Infrastruktur auszubauen und zeitgemäßer zu gestalten. Fintechs und Bigtechs installieren hingegen neue Prozessmodelle und verdrängen mit neuen Geschäftsmodellen die bisherigen Player aus der direkten Kundenbeziehung. Dabei muss der gesamte Themenkomplex unter strategischen Gesichtspunkten im Sinne der Unternehmensentwicklung betrachtet werden und ist somit auf Vorstandsebene anzusiedeln.

In unserem neuen Format erhalten Sie einen Einblick in die Welt der Plattformökonomie. An beiden Tagen werden sich Vorträge mit der Bearbeitung und Besprechung von Fallstudien (Harvard Case Study Method) in Gruppenarbeit mit Ideensammlungen („Design Thinking“) und Diskussionen abwechseln.

Ihr Nutzen:

Sie werden erkennen,

  • mit welchen Leistungen eine regionale Bank ihre Kunden bzw. Mitglieder bei deren Digitalisierungsprojekten unterstützen kann,
    • welche neue Produkte Banken anbieten sollten,
    • wie sich die Vertriebs- und Marktfolgeprozesse verändern werden und
    • wie Sie rechtzeitig Ihre Belegschaft für die neuen Aufgabenstellungen qualifizieren können.
  • Inwieweit neue Technologien helfen, bestehende Prozesse des Bankgeschäftes weiter zu optimieren und wo moderne Technologien zuerst mit neuen Geschäftsmodellen ihre Vorteile richtig entfalten.
  • Dass sich die Wettbewerbsbedingungen in der Finanzindustrie tiefgehend verändern werden und auch die Aufsicht neue Wege beschreiten wird.
  • Wo die Handlungsoptionen regionaler Institute enden, welche Freiheitsgrade Sie sich bewahren oder schaffen sollten und wie Sie Ihre Geschäftspartner steuern können.

Inhaltsschwerpunkte:

  • Begriffsabgrenzungen und Herausarbeitung der wesentlichen Unterschiede des traditionellen (analogen) Bankgeschäftes zu einem weitgehend automatisierten (digitalisierten) Bankgeschäft.
    • Beschreibung der bereits bei Ihren Kunden stattgefundenen / stattfindenden Veränderungen mittels konkreter Beispiele aus dem Spezialmaschinenbau, der Bauindustrie und öffentlicher Verwaltungen.
    • Historischer Rückblick
    • Unternehmens- und Wirtschaftssektoren übergreifende Datennetzwerke zur Steuerung von Handel, Produktion und finanzieller Absicherung in (nahezu) Echtzeit.
  • Spielregeln in der Plattform- bzw. Netzwerkökonomie und in „digitalen Ökosystemen“ allgemein und für Finanzdienstleistungen im Besonderen.
    • Auswirkungen elektronischer Handelsplattformen für Ein- und Verkauf, integrierter Planungssysteme und Prozesssteuerungen entlang von Lieferketten auf die Finanzindustrie.
    • Neue Wettbewerber, die mit anderen Geschäftsmodellen als Banken arbeiten und (in ihrem Kerngeschäft) anderen aufsichtsrechtlichen Regelungen unterworfen sind.
    • Veränderte Prozessgestaltung bei Bankkunden und ihre adäquaten Spiegelungen in Bankprozessen: Vertrieb, Marktfolge, Controlling und Rechnungslegung.
  •  Das veränderte Geschäftsmodell der Banken beschrieben am Kreditgeschäft
    • Fintechs und Banken – Partner oder Wettbewerber
    • Finetrading und Supply-Chain-Financing
    • Nutzung der Kundeninformationen zur Risikosteuerung und Ertragsgenerierung
    • Kreditüberwachung und Kreditrisikomanagement
  • Veränderte Qualifikationsanforderungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Volks- und Raiffeisenbanken
    • Prozess-Modellierung: „Financial Process Engineer“, Bank optimal in die Finanzprozesse der Kunden integrieren.
    • Daten-Analyse: „Citizen Data Scientist“, mit einfachen IT-Werkzeugen aussagekräftige Datenanalysen durchführen
    • Risiko-Manager: „Cyber-Risk-Manager“ Schutz vor finanziellen Risiken in digitalen Prozessen
    • Geschäftssteuerung: „Smart Chief Officers“, Erfolgssicherung nicht nur einzelner Kundenbeziehungen, sondern ganzer Wertschöpfungsketten
  • Szenarien für Volks- und Raiffeisenbanken und ihre Partner im Verbund
    • Produkte, Preise und Prozesse
    • Personal und Partner
  • „Plattform Cooperativism“: Der nächste evolutionäre Schritt im Genossenschaftswesen?

Ihre Dozenten:

Prof. Dr. Jürgen Bott ist Professor für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Kaiserslautern.

Prof. Dr. Karl-Wilhelm Giersberg lehrt Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Kaiserslautern, mit den Schwerpunkten Finanz- und Risikomanagement, sowie Sanierung und Restrukturierung. Er ist Geschäftsführer der gmc GmbH und hält außerdem diverse Aufsichts- und Beiratsmandate.